Die Entwicklung im Markt der Lokalblogs oder besser gesagt lokaler journalistischer Netzmedien, ist mit das Spannendste, was der Medienmarkt zur Zeit zu bieten hat. Ganz subjektiv beobachtet ist der Beweis bereits da, dass sich daraus ein tragfähiges Geschäftsmodell entwickelt hat. Die Ansätze haben aus vielerlei Gründen das Potential eine richtig große Sache zu werden:

1. Lokalblogs nutzen die natürlichen Möglichkeiten des Internet

Ohne lästige Altlasten wird Journalismus dort einfach neu gemacht. Was großen Verlagen strukturbedingt einige Probleme bereitet, ist für lokale journalistische StartUps schlichtweg kein Thema: Die Einbindung von Videos, links auf andere Angebote, die tiefe Integration und Arbeit mit facebook und Co., die Arbeit mit den Lesern über Kommentare und und und… Das Internet ist die Grundlage für alles.

2. Es werden flexible Netzwerk-Unternehmen aufgebaut. Keine Konzerne

Auch wirtschaftlich gesehen, haben lokale Netzmedien eine riesige Chance: schlanke Strukturen von Start weg. Meistens organisiert als Netzwerkunternehmen, die auf verschiedene Partner ohne feste Strukturen zurückgreifen. Neue Erlösmodelle können dadurch auch in Zukunft schnell und flexibel umgesetzt werden (die finanziellen Mittel vorausgesetzt). Die Unternehmen brauchen so gut wie keine feste Infrastruktur (außer dem Netz). Keine Druckerpressen, keine Zusteller, keine Verwaltung. Manche nicht mal mehr ein festes Büro.

3. Ein Lokalblog sucht nach Auskommen für eine Handvoll Menschen

Wenn man sich dem Thema realistisch nähert und nicht nach dem neuen Axel Springer sucht, wird auch die Diskussion um die Finanzierbarkeit sehr viel realistischer. Eigentlich ist die Diskussion dann überhaupt keine mehr: Lokale Netzmedien sind nichts anderes als der Bäcker, der Schreiner oder der Einzelhändler vor Ort. Kleine Unternehmen in lokalen Gebieten. Journalismus das Produkt.

Schlank aufgebaut arbeiten professionelle Lokalblogs momentan mit etwa 2-4 Vollzeitstellen. Je nach Gebiet. Nach 12-18 Monaten erwirtschaften die ersten Lokalblogs bereits heute rund 5.000 Euro Monatsumsatz. Online. Das reicht noch nicht aber es zeigt deutlich die Richtung.

4. Der Status Quo: 5000 Euro Monatsumsatz mit einem Erlösmodell

Wenn man sich anschaut, wie die Umsätze bisher erwirtschaftet werden, versteht man, dass das Ziel – wirtschaftlich tragfähig arbeiten – nicht mehr weit weg ist:

Das Beispiel Tegernseer Stimme: die Onlineumsätze belaufen sich auf rund 4.000 Euro. Erwirtschaftet durch feste Kooperationen mit nicht einmal zehn Partnern – in einem Gebiet von 15.000 Menschen und mehreren hundert Unternehmern, Händlern, Handwerkern, Friseuren, Anwälten, Steuerberatern. Gestartet ist die Seite vor 20 Monaten. Aktiv vermarktet wird seit etwa 9 Monaten.

Das Beispiel Meine Südstadt aus Köln: Inzwischen werden dort über 5.000 Euro monatlich mit einem Branchenbuch und etwas mehr als 100 Unternehmen erwirtschaftet. Alles feste Partner. In einem Gebiet mit 27.000 Einwohnern und dementsprechend vielen Unternehmen. Es gab auf Meine Südstadt bisher keine klassische Werbung. Die Macher haben sich zum Start auf das Branchenbuch als Erlösmodell konzentriert. Gestartet ebenfalls vor 20 Monaten. Die ersten 100 Branchenbuch-Partner in 18 Monaten.

5. Das Problem und die Lösung: Investitionen in Vertrieb und Marketing

Der Grund für die noch zu geringen Umsätze liegt im Vertrieb und dem Marketing gegenüber den Werbepartnern. Keiner der beiden Blogs hat die Manpower mehrere Erlösmodelle parallel aufzubauen – das bremst die Entwicklung. Beide gehen aber bereits das jeweils andere Modell an: Die Tegernseer Stimme baut bereits ein Branchenbuch auf und Meine Südstadt zeigt erste zaghafte Werbung auf der Startseite.

Mit einer einfachen Rechnung (und einer zugegeben positiven Prognose) findet die Tegernseer Stimme bis Ende 2012 ebenfalls hundert Unternehmen für ein Branchenbuch. Meine Südstadt zehn Partner für fest Werbeeinbindungen. Et Voilà: 10.000 Euro Monatsumsatz. Onlineumsatz. Keine Kosten für Druck, Verteilung, Auflage. Das reicht für drei Leute. Nicht fett aber es reicht.

6. Die Headline Ende 2012: Die ersten Lokalblogs arbeiten profitabel!

Das ist zumindest die Headline, die bis Ende des Jahres zu erwarten ist. Welche Headline auch 2012 nicht geschrieben werden wird: Die ersten Lokalblogs knacken die 1.000.000 Euro. Das müssen Sie aber auch nicht. Lokalblogs bieten vielmehr die Chance, dass sich viele hunderte oder gar tausende neue publizistische Einheiten in Deutschland bilden können.  Kleine Unternehmen, die kleine Gebiete mit guten und spannenden Nachrichten, Geschichten und Informationen versorgen. Eine spannende Demokratisierung des Zeitungsmarktes. Das Aufbrechen bestehender Monopole.

7. Die möglichen Erlösmodelle sind noch nicht ansatzweise ausgeschöpft

Die noch sehr junge Entwicklung muss man aber vor allem unter dem Aspekt der bisher umgesetzten Erlösmodelle betrachten: Innovationen sind da noch nicht dabei. Bisher wurde nur online übertragen, was in Print schon immer funktioniert hat: Der Tausch von Aufmerksamkeit gegen (Werbe)Gelder.

Was sich parallel entwickelt sind starke lokale Communities. Das Potential, das sich daraus entwickelt, kann bisher noch niemand endgültig abschätzen: Veranstaltungen, Shoppingparties, Zugang zur Community für externe Partner, kleinlokale Groupons, Paid Content Angebote, Marktumfragen, …

8. Vernetzung öffnet nationale Budgets für lokalen (online)Werbemarkt

Wenn es gelingt Lokalblogs flächendeckend in Netzwerken zu organisieren steht auch Tür und Tor für nationale Werbebudgets offen. Wenn ich die Wahl habe, ob ich Millionen auf SPON erreiche oder die gleichen Menschen über tausende Lokalblogs – ich müsste nicht überlegen. Ich ginge dahin, wo die Menschen leben (und meine Filialen stehen).

9. Was da gerade passiert, ist mehr als nur die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle

Die Entwicklung, die gerade unter der Wahrnehmungsgrenze vieler Verlage abläuft, hat das Potential zu einer ganz großen Geschichte:: Der lokale Zeitungsmarkt bricht auf. Sowohl wirtschaftlich, wie auch inhaltlich. Auf Lokalblogs entwickeln sich neue Diskussionen zu neuen Themen. Nebenbei entwickelt sich dadurch eine neue Art Journalismus. Bodenständig und direkt bei den Menschen vor der Haustüre. Jeder darf mitsprechen. Lokalblogger sind Netzmenschen. Es geht um Transparenz, Urheberrechtsdebatten, Liveberichte aus Gemeinderatssitzungen, Rückmeldung aus Leserkommentaren.

Lokalblogs bringen das Netz und die Netzpolitik auf die lokale Ebene. Sie sind oft der erste direkte (digitale)Rückkanal der Bürger, mit dem sich lokale Eliten und Politiker konfrontiert sehen. Lokalblogs haben das Zeug dazu, die Themen des Netzes in die reale Welt zu tragen. Viel mehr als digitale Interessengruppen, Vereine und Co. es in den letzten Jahren geschafft haben. Was sich daraus entwickelt? Keine Ahnung…

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Sharing: Fluch und Segen der Medienbranche

von Steffen Greschner am 25. Januar 2012 · Kein Kommentar

Ich habe bei Marcel Weiß heute einen Verweiß auf einen Artikel gelesen, der sehr zum Nachdenken anregt. Felix Salmon beschreibt “How sharing disrupts media“:

Journalists, I find, tend to come quite late to sites like Tumblr and Pinterest. For one thing, those sites are overwhelmingly visual: images nearly always do much better than words. And more generally, journalists are much better at writing than they are at reading — which means that they’re really bad at seeing the value added by curating and reblogging.
(..)
Facebook and Google have become two of the biggest media companies in the world in extremely short amounts of time, precisely because they don’t have much interest in owning any content.Rupert Murdoch looks at Google and sees a pirate because he does everything: he both creates content (think 20th Century Fox), and also distributes it (think Sky TV). It’s a world of iron-clad contracts and tight control. While the social, digital world is one where the biggest media companies have a much lighter touch, and where the content creators with the broadest reach will be the ones who care the least about protecting their copyrights.
(..)
I suspect that we’re only in the very early days of seeing how this is going to disrupt just about every media organization built on the idea of hosting a website and selling ads, including highly socially-attuned ones like the Huffington Post. HuffPo is built on the idea that when stories are shared on Twitter or Facebook, that will drive traffic back to huffingtonpost.com, where it can then monetize that traffic by selling it to advertisers. But in future, the most viral stories are going to have a life of their own, being shared across many different platforms and being read by people who will never visit the original site on which they were published.

Klar ist, dass wir gerade erst am Anfang stehen. Auch klar ist, dass Google, Facebook, Tumblr, Pinterest und Co. auf Inhalte angewiesen sind – ohne Inhalt gibt es schlicht nichts zu verbreiten. Die Frage ist, wie man dem Ersten der Wertschöpfungskette, dem Produzenten des Inhaltes, auch in Zukunft einen Teil vom Kuchen zukommen lassen kann.

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Was Medienhäuser vom “HuffPo-Labor” lernen können

von Steffen Greschner am 23. Januar 2012 · Kein Kommentar

Wann die Huffington Post zu uns kommt, ist noch nicht sicher. Dass sie kommt, scheint klar. Manchem Verleger ist dagegen scheinbar noch immer nicht klar, was das Konzept der HuffPo genau bezweckt.  Reflexartig wird alles mit “Aggregator” kleingeredet.

Und trotzdem tut die Huffington Post genau das, was die meisten deutschen Verlagshäuser viel Zeit, Geld und vor allem Reichweite kostet: Links setzen, wo es Sinn macht. Selbst schreiben, wo man es besser kann.

Ob auf Blogs oder andere Nachrichtenseiten verlinkt wird, ist dabei eigentlich egal. Die Huffington Post erzeugt Reichweite, weil sie nicht im klassischen Konkurrenzdenken Inhalte ausschließt. Wer gute Inhalte bietet, bekommt von der Huffington Post Leser.

Gegenüber Meedia hat Arianna Huffington den Ansatz nochmal klar gestellt:

Der Punkt ist aber: Selbst wenn ich ein unbegrenztes Budget hätte, um unendlich viele originäre Geschichten zu produzieren, würde ich immer noch andere Inhalte aggregieren. Denn es gibt ja großartige Geschichten überall. Unser Ziel ist es, unseren Lesern den Zugang zu den besten Inhalten zu verschaffen.

Das ist der Ansatz und das ist auch der Grund, warum sich die Diskussionen um den “starken deutschen Medienmarkt” selbst ad absurdum führen: Ein Konzept, wie das der Huffington Post funktioniert am besten in einem starken Markt. Je mehr gute Inhalte verfügbar – oder besser gesagt verlinkbar – sind, desto mehr kann sich die eigene Redaktion auf neue Themen konzentrieren und eigene Akzente setzen.

Arianne Huffington sieht die Chance für die Verlagspartner übrigens darin, dass sie die Huffington Post als Labor begreifen. El Pais, Le Monde und L’Espresso haben das bereits begriffen. Wer wohl der deutsche Partner wird?

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Tegernseer Stimme: feste Partner statt TKP-Werbung

von Steffen Greschner am 22. Januar 2012 · Kein Kommentar

Nachdem istlokal.de Ende letztes Jahr das “Betriebssystem für Lokaljournalismus” vorgestellt hatte, wurden inzwischen die ersten Blogs auf das neue Layout umgestellt. Sowohl die Blogs des Rheinneckarblog-Netzwerkes, wie auch die Tegernseer Stimme haben in den letzten Wochen das neue Design übernommen und in diesem Zuge auch die möglichen Werbeformen und Werbeplätze vereinheitlicht.

Bereits im Dezember hatte die Tegernseer Stimme einen ersten Test für feste “Premium-Werbepartner” erfolgreich beendet:

“Man muss neue Wege suchen, entwickeln und gehen”, sagt der Unternehmer Peter Posztos. Sein “Top-Sponsoren”-Programm war innerhalb von zwei Monaten verkauft: “Sieben Top-Sponsoren sind ständig präsent auf der Seite, dazu kommen die Partner sowie einzelne Werbeschaltungen.” Durch feste Budgets ist die geschäftliche Kalkulation sehr viel sicherer, planbarer und effizient.

Wie Peter Posztos gegenüber dem netzleser bestätigt, liegt der Grund für die Weiterentwicklung von “Partnerprogrammen” vor allem im Vertrieb begründet. Bei den meisten Programmen handelt es sich um Jahresbudgets, die für verschiedene Einbindungen gezahlt werden. Der Aufwand im Vertrieb kann so deutlich reduziert werden:

Premium-Partner-Integration im Header der Tegernseer Stimme

Premium-Partner-Integration im Header der Tegernseer Stimme

Spannend ist, dass inzwischen auch bei den istlokal-Blogs (neben klassischer Werbung) auf Branchenbuchmodelle als Erlösmodell gesetzt wird. Ähnlich dem klassischen Branchenbuch werden Unternehmen mit Artikeln, Bild und Infotexten präsentiert und so längerfristig an die Angebote gebunden:

 

Ähnliche Ansätze verfolgen inzwischen einige Lokalblogs. Vorreiter war wohl Meine Südstadt, die in den ersten 20 Monaten über 100 zahlende Partner gewinnen konnten. Auch die Prenzlauer Berg Nachrichten testen Partner-Programme.

Wer sich die Entwicklung der Tegernseer Stimme “live” anschauen möchte, hat dazu am 1. Februar die Chance. Auf Einladung des Bayerischen Journalisten Verbandes wird Gründer Peter Posztos in München auch über die Vermarktung sprechen.

Ich schreibe es immer dazu und so auch dieses Mal: Ich bin Mitgründer der Tegernseer Stimme aber seit einiger Zeit nicht mehr im Tagesgeschäft dabei. Ich stehe aber nach wie vor beratend zur Seite.

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facebook Open Graph: News-Seiten und soziale Filter

von Steffen Greschner am 18. Januar 2012 · 2 Kommentare

Nachdem die meisten Zeitungen inzwischen Facebook-Fan-Pages für sich erkannt haben und damit stellenweise auch sehr gut arbeiten, fragt sich, wann die ersten Onlinemedien das wirkliche Potential in der Anbindung an Facebook erkennen. Durch Facebook-Logins ließen sich viele Nachrichtenseiten sehr viel besser “sozial filtern”, was einige neue Chancen bringt, die bisher vor allem im eCommerce Kontext diskutiert werden:

Der Open Graph gibt die Möglichkeit, von der eigenen Webseite bzw. dem Webshop auf die Daten des Nutzers zuzugreifen. Hierzu gehören auch die Freunde des Nutzers. Hierdurch werden im Kontext des eCommerce neue, soziale Funktionen im Webshop möglich.

Gerade die sozialen Filtermöglichkeiten eröffnen komplett neue Funktionsweisen:

Alternativ oder zusätzlich kann der open graph auch für einen sozialen Filter eingesetzt werden. Sortiert der Shop z.B. die Produkte nach Bewertungen, kann dieser Auswahlmechanismus über den open graph deutlich verbessert werden; hierzu greift der Webshop dann über die open graph API auf die Freunde des Nutzer zu uns nimmt die Freundesbeziehungen als zusätzliches Relevanzkriterium auf. Es können also angezeigt werden: “Diese Produkte haben Deine Freunde bei uns gekauft / empfohlen”.

Nachrichtenseiten könnten beispielsweise nach den News-Präferenzen des Freundeskreises der Leser filtern oder die beliebtesten News der letzten Tage anbieten. Spannender wird die Verknüpfung allerdings bei Zusatzangeboten, wie Veranstaltungshinweisen oder angebundenen Branchenbüchern und Gastronomieführern: Auf einen Blick könnte der Leser sehen, wer aus seinem Umfeld an Veranstaltungen teilnimmt oder welchen Händler oder Gastronomen Freunde und Bekannte bevorzugen.

Unabhängige Communities auf eigener technischer Basis werden es im Kampf gegen Facebook schwer haben. Die angebotenen Schnittstellen zu bestehenden Netzwerken zu nutzen, bietet aber viel Potential, die eigene Community auf- und auszubauen. Die Daten sind da, sie müssen nur richtig und sinnvoll genutzt werden.

Eine spannende Präsentation zu dem Thema (im eCommerce-Kontext) haben Jochen Krisch und Dr Andreas Bersch zusammengestellt:

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BlogwerkAG setzt auf (Reichweiten)starke Kooperationen

von Steffen Greschner am 18. Januar 2012 · Kein Kommentar

netzwertig.com hatte letzte Woche eine Kooperation mit der WirtschaftsWoche verkündet. Mit neuerdings.com ist seit August 2011 bereits ein weiteres Blog aus dem Netzwerk der Blogwerk AG in einer Kooperation mit einem großen Medium. Immer am Wochenende laufen die besten neuerdings-Gadgets auf Spiegel-Online. Die Erfahrungen damit scheinen sehr gut zu sein:

neuerdings.com Integration auf SPIEGEL ONLINE

neuerdings.com Integration auf SPIEGEL ONLINE

Es ist grossartig, dass wir dank dieser Zusammenarbeit neue Leserkreise erreichen, denn diese lesen nicht einfach die Postings auf Spiegel Online sondern surfen auf neuerdings.com vorbei und entdecken hier, dass wir noch mehr zu bieten haben, als News zu kuriosen oder besonders stylishen Gadgets.

Das bedeutet nicht einfach nur, dass unsere Leserzahlen deutlich steigen (wir erreichen dank dieser Kooperation bis zu 30’000 Visitors an einem Wochenende); es bedeutet auch, dass wir mehr Leserfeedback auf News und Tests erhalten, was für uns von grossem Wert ist.

Zu weiteren Nachfragen sagte Blogwerk-Verlagsleiter, Thomas Mauch, dass man noch einiges aus den Erfahrungen mit Kooperationen dieser Art lernen wolle. Zu exakten Zahlen und den Konditionen hinter den Kooperations-Deals wollte er aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen.

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1:0 für Facebook: Münchner Merkur stellt Community ein

von Steffen Greschner am 17. Januar 2012 · 1 Kommentar

Beim Münchner Merkur war seit einiger Zeit zu beobachten, dass die Kommentar- und Community-Funktionen immer weiter eingedampft wurden. Seit etwa drei Monaten war es nur noch registrierten Nutzern möglich, Kommentare zu verfassen und zu lesen.

In einer Email kam heute des Rätsels Lösung. Man hat sich der Facebook-Übermacht gebeugt:

Bereits seit einigen Monaten haben wir den “Community”-Bereich aus der Navigation entfernt. Zwar war dieser über einen Link noch erreichbar, wurde aber seitens der Redaktion nicht mehr aktiv beworben. Der Hintergrund: In Zeiten von Facebook und anderen sozialen Netzwerken hat sich diese Form einer Zeitungs-Community nicht bewährt. Merkur-online.de ist selbst mit einigen Seiten auf Facebook aktiv, beispielsweise können Sie sich auf  www.facebook.com/merkuronline mit uns vernetzen.

Der Schritt ist konsequent und richtig: Der (technische)Aufbau einer eigenen Community macht wirklich keinen Sinn. Die Leser sind bei Facebook und dort werden sie vorerst auch bleiben.

Auf der anderen Seite ist mit einer reinen Fanpage nicht das möglich, was ich hier schon öfters mit der “lokalen Community” beschrieben habe. Dafür braucht es enge Zusammenarbeit mit der eigenen Leserschaft und die muss aufgebaut werden. Ohne Kommentarfunktion und ohne direkte Austauschmöglichkeiten ist das nicht möglich. Unverständlich ist an der Stelle, warum bisher noch keine (mir bekannte) Zeitung die Möglichkeiten des Facebook-Logins nutzt?

Beim Merkur will man zumindest eine klassische Kommentarfunktion schnell wieder aufbauen.

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Können Lokalblogs als Verlagsmodell funktionieren?

von Steffen Greschner am 16. Januar 2012 · Kein Kommentar

Die New York Times war eine der ersten Zeitungen, die mit The Local bereits 2009 ausgiebig mit lokalen Blogs getestet hat. Bereits 2010, ein Jahr nach Launch, wurden die Blogs in eine Kooperation mit der CUNY Journalism School überführt. Inzwischen wird ein Blog vom NYU Journalism Institute geführt.

Gegenüber StreetfightMag hat Projektleiterin Mary Ann Giordano einen interessanten Rückblick über die Erfahrungen und eine Zukunftsaussicht zu weiteren Hyperlocal-Aktivitäten der NYT gegeben:

We did pretty well in getting things going. People really liked the idea of a news source. We ran The Locals for almost a full year when there were cutbacks here, but we really were devoted to the sites and the news. We wanted to keep it going, so for Fort Greene/Clinton Hill, we found a partner in CUNY, at the Graduate School of Journalism. They’ve been running the site day-to-day in partnership with us. We could not find a similar partner for the New Jersey site.

We just felt after six months of running it on our own that we weren’t really developing it. We didn’t have the resources to learn anything new. These sites, from the beginning, were supposed to be laboratories for experiments, on every level. We wanted to shut that down. But then again, we’d been talking to NYU for a while, and we opened the East Village site that is run with the Arthur L. Carter Journalism Institute at NYU.

Für die Zukunft sieht die New York Times allerdings keinen direkten (wieder)Einstieg in das lokale Blog-Business. Es klingt fast so, als räume man das Feld für kleine, lokale Anbieter, die mit anderen Kostenstrukturen ein tragfähiges Geschäftsmodell entwickeln:

We need someone to figure out a very good business model. I know that Patch is trying very hard; they’re having some success. We’d love to see them succeed because we think we can. Let me put it this way: a lot of community bloggers are hoping to find a way to make a living because it’s a really fun way to do journalism.

We’re not going to move in that direction right now until there is a very clear business model for it. We get a lot of requests, particularly when we started up, people begging us to start one of these in their town. Everybody wants journalists. It was very heartening. It was a time when a lot of newspapers were closing and a lot of journalists were getting laid off, and here were all these people. And there was a lot of writing about how journalism was dead and nobody needs journalism any more, yet there were all these people who were reaching out and saying: come cover our town. Come write about what we’ve got going on here.

The question is, is there enough of a demand that you could make money and sustain yourself? It’s harder to sustain yourself when you’re the New York Times. If you’re a community blogger and you live in the neighborhood, you’re working out of your home. You pay yourself a salary. You can probably live off of it. Can that sustain a New York Times journalist and the salesperson? Not yet. Maybe someday it will, you know?

Wenn man der NYT glauben möchte, kommt die Zeit kleiner und unabhängiger Lokalmedien, die mit den Angeboten in Zukunft ein persönliches Auskommen finden werden. Die TegernseerStimme hatte Ende letztes Jahr bereits mit vielversprechenden Umsatzzahlen Mut gemacht.

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netzwertig.com kooperiert mit WirtschaftsWoche

von Steffen Greschner am 12. Januar 2012 · Kein Kommentar

netzwertig.com kooperiert ab sofort mit dem Onlineangebot der WirtschaftsWoche, wie netzwertig heute bekannt gegeben hat:

Das Onlineangebot der WirtschaftsWoche, Deutschlands größtes aktuelles Wirtschaftsmagazin, wird künftig ausgewählte Artikel von netzwertig.com syndizieren und auf wiwo.de veröffentlichen. WirtschaftsWoche Online erweitert damit die redaktionelle Berichterstattung rund um digitale Themen und wird vor allem Artikel rund um Startups und neue Onlinedienste berücksichtigen.

Leser der WirtschaftsWoche erhalten so zusätzliche Einblicke in die Welt aufstrebender Internetfirmen. Für netzwertig.com stellt die Partnerschaft eine ideale Möglichkeit zur Erhöhung der Reichweite und Bekanntheit dar. Nicht zuletzt profitieren auch die von uns porträtierten Startups von der Zusammenarbeit, da sie im Falle eine redaktionellen Berücksichtigung nicht nur bei netzwertig.com Erwähnung finden, sondern mitunter auch bei WirtschaftsWoche Online. Die Entscheidung hierüber obliegt der Redaktion von wiwo.de.

In Kooperation zwischen Blogs und “klassischen Medien” liegt noch viel Potential. Gerade bei Online- und Netzpolitischen Themen.

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Die Südwestdeutsche Medien Holding startet mutig ins neue Jahr und hat diese Woche ein spannendes Projekt auf Atizo begonnen. Atizo ist eine Plattform für Crowd-Brainstorming. Die SWMH stellt dort die simple, wie auch logische Frage: Ideen für die Zeitung der Zukunft? Ausgelobt werden 1.500 Euro. Die vorgegebenen Kriterien:

  • realistisch
  • umsetzbar in der Zeitung und/oder Online
  • breite Zielgruppe
  • Erlöspotential

In den ersten drei Tagen wurden bereits knapp 200 Ideen eingereicht:

Ein cleverer Zug, bei dem es nichts zu verlieren gibt. Die bisher eingereichten Ideen sind nicht alle neu aber manche geben interessante neue Denkanstöße. Gut gefallen hat mir zum Beispiel diese hier:

Info-Abo statt Zeitungsabo #193
Ich seh die Zeitung 2.0 wie ein Capuccino. Die Kaffeebasis ist die gedruckte Tageszeitung. Sie berichtet und informiert meinungsstark und hintergründig. Die Website ist die Milch, die aktuelle Themen weiterverfolgt. Eine Newsalert-App ist der Zucker: Sie hält mich zu Themen, die mich interessieren auf dem Laufenden und wird via App-Code an jedem Artikel aktiviert. Ein Newsletter ist die Schoki: Am Ende des Tages bekomme ich per Newsletter eine letzte Zusammenfassung der Ereignisse des Tages.

Spannend ist auch dieser Ansatz:

Liquid Content ohne QR: Einfach Zeitungsauschnitt photofrafieren #205
Ziel
von klassischen Zeitungsinhalten zu digitalen weiterleiten
Ansatz
Die “konventionelle” Methode hierfür ist der QR-Code. Der braucht jedoch Platz in der Zeitung, welcher teuer ist.
Idee
Ich will eine App mit der ich einfach irgend einen beliebigen Ausschnitt photografiere und dadurch zu den passenden Onlineinhalten weitergeleitet werde.

Die Aktion läuft noch bis 2. März.


Falls Interesse besteht ein ähnliches Projekt auf die Beine zu stellen, biete ich mich gerne als Moderator an: steffen.greschner (at) netzleser (punkt) de

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