rheinmainDEAL: viele Externe und ein Projektleiter

von Steffen Greschner am 15. August 2011 · 3 Kommentare

Ich warte immer noch darauf, dass Zeitungsverlage geschlossene Online-Units aufbauen und ihre E-Commerce-Aktivitäten mit einem Team koordinieren und vorantreiben. Leider setzen viele Verlagshäuser bei dem Thema weiterhin auf externe Dienstleister.

Aktuelles Beispiel ist rheinmainDEAL, der Groupon-Klon von F.A.Z. und Frankfurter Neuen Presse:

  • Projektleiter ist Volker Vatter (freier Berater)
  • Seitenbetreiber, Software, und Inkasso von der Banghaus GmbH (externer Verlagsdienstleister)
  • Backoffice, Social Media von der Rhein-Main-Net GmbH (verlagsinterne Outsourcing GmbH)
  • Kundenbetreuung, Callcenter von der Maincom GmbH (verlagsinterne Outsourcing GmbH)
  • Produktpräsentation, Verkaufstexte, Bilder und begleitende Printanzeigen (externe Frankfurter Werbeagentur)
  • Ein Mitarbeiter für die Deal Akquise (es wird nicht auf die Anzeigenabteilung der Verlagshäuser zurückgegriffen)

Der Projektleiter ist momentan also der Einzige, der sich Fulltime mit dem rheinmainDEAL und dem (Groupon)Konzept beschäftigt. Und der wird in erster Linie zwischen den verschiedenen Beteiligten koordinieren müssen.

Das soll nicht heißen, dass der rheinmainDEAL nicht gut umgesetzt ist. Die Umsetzung ist sogar ziemlich gelungen und der erste Deal ist gut gewählt. Auch die Ankündigung in der Pressemeldung (PDF) klingt vielversprechend und zeigt die guten Kontakte, die ortsansässige Verlage haben:

In der Launchwoche locken unter anderem Tickets für das Fußballspiel Eintracht Frankfurt gegen Union Berlin für 12 statt für 25 Euro.

Mit Volker Vatter wurde ein sehr kompetenter Mann gefunden und auch mit Banghaus ist ein engagierter und professioneller Partner beim rheinmainDEAL an Bord. Eine nachhaltige und projektübergreifende Online-(E-Commerce)-Unit wurde mit dem rheinmainDeal allerdings nicht geschaffen.

Projektleiter Volker Vatter hat gegenüber dem netzleser das Engagement beim rheinmainDEAL so beschrieben:

Wir sind hier der Platzhirsch in der Region und das wollen wir uns nicht nehmen lassen. Wir wollen uns gegen Groupon verteidigen und sehen im Modell des rheinmaonDEAL die Chance einer sinnvollen Print-Online-Verknüpfung.

Zum Verteidigen gehört manchmal aber auch ein Angriff. Und so, wie der rheinmainDEAL bis jetzt aufgestellt ist, werden Innovationen, schnelle Reaktionen und eine Weiterentwicklung des Konzeptes schwer fallen.


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Kai März 30, 2012 um 06:10

Schaut man jetzt auf die Webseite, dann sieht man viele Kooperationspartner: http://www.sachsendeal.de/, http://www.westdeal.de/ etc. pp! Weißt du, wie die Interne-Strukturen bei denen aussieht? Wird auch hier vermehrt auf externe Dienstleiser zurück gegriffen? Und eine viel wichtigere Frage, welche Kosten lassen sich damit sparen?

Im Grunde lagert man doch Dinge nur solange aus, bis man von dem Erfolg überzeugt ist und es sich lohnt intern abzubilden? Oder ist die Denke bei Verlagen eine andere?

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Steffen Greschner März 30, 2012 um 08:47

Ich habe die alle hier mal zusammengefasst: http://www.netzleser.de/2011/04/04/groupon-und-coupon-angebote-als-erlosmodell-fur-lokalzeitungen-und-lokalblogs-2/

Die auf rheinmaindeal eingeblendeten Partner arbeiten mit dem identischen Dienstleister, der banghaus GmbH. Die Modelle laufen meist so, dass man gewisse Startkosten für die Technik hat ~5-10k und danach läuft es über einen Profitshare. ~20-30% an den Dienstleister. Dieser übernimmt im Gegenzug die technische Betreuung, die Abwicklung des Deals und das Inkasso. So sehen zumindest die Standardmodelle aus.

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