Warum sich Zeitungen mit Social Commerce schwer tun

von Steffen Greschner am 27. April 2011 · 2 Kommentare

Zeitungsangebote versuchen sich immer wieder mal mit Social Commerce Konzepten: Vor einigen Jahren war Live Shopping auf verschiedenen Newsseiten vertreten. Heute steigen viele wieder im Live Shopping ein; nur nennt es sich jetzt Groupon und das amerikanische Vorbild ist inzwischen Milliarden schwer. Der Anreiz mitzuspielen ist dadurch größer. Das Problem bleibt aber immer das Gleiche – Die Angebote laufen irgendwie nicht so richtig…

Zwei redaktionelle Beiträge in 14 Monaten sind zu wenig

Schnell ist der Schuldige im unpassenden Konzept gefunden. Dass das aber zu kurz greift, sieht man, wenn man sich die Integration der Social Commerce Konzepte etwas genauer anschaut. Bei vielen Angeboten kann man in der Hinsicht noch nicht einmal vom Versuch einer Integration sprechen. Exemplarisches Beispiel ist der Westdeal von der WAZ (Die WAZ hat in 14 Monaten nichts gelernt und lässt das Konzept scheinbar sterben):

Das sind nur die offensichtlichsten Fehler. Und leider passiert genau das gleiche immer wieder, wenn Zeitungen sich im E Commerce versuchen. Die Konzepte werden oft schlicht nicht richtig verstanden und vorschnell wieder begraben, “weil man ja schon immer wusste, dass das nicht klappt”.

Es müssen sich klare Zuständigkeiten entwickeln

Es bilden sich einfach keine fähigen Online-Units aus, die die Integration begleiten und steuern und auch mal dem Anzeigenverkäufer erklären, um was es eigentlich geht. Eigene Teams, die sich wirklich gedanken darüber machen, wie dem Leser geholfen werden kann und wie man sich selbst positioniert – ohne die “von Oben herab Zeitungsallüren”. Social heißt schließlich social, weil es etwas mit sozial zu tun hat – ein arrogantes Arschloch will keiner zum Freund. Einzige erkennbare Ausnahme ist für mich Axel Springer. Hier hat man zumindest bei Bild.de und Welt.de inzwischen einen guten Weg gefunden auch neue Konzepte Sinnvoll testen zu können.

Bei den meisten kleineren hat man von außen dagegen das Gefühl, dass sich Inhouse einfach niemand um die Projekte kümmert. Die technische Seite ist mit den richtigen Dienstleistern schnell aufgesetzt und ab dem Punkt fehlen scheinbar jegliche Zuständigkeiten in der internen Struktur.

Ich bin gespannt, wie lange es noch braucht, bis endlich einer Aufwacht und versucht aus den bestehenden Lesern eine funktionierende Community zu bilden. Das muss nicht die eine große “Leser-Community” sein. Aber ein paar, die gerne Schnäppchen jagen, ein paar, die sich über Sport austauschen, ein paar, die lieber ins Kino gehen. Ein paar die sich nur für das Geschehen in Castrop-Rauxel interessieren – das dafür aber richtig.

Mit sauber getrennten Zielgruppen lässt es sich anschließend auch erfolgreich arbeiten. Auch und gerade mit Social Commerce Konzepten.

Morgen kommt ein zweiter Teil, in dem die Möglichkeiten es besser zu machen gezeigt werden. Zumindest ein paar davon ;-)


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{ 2 Kommentare… lies sie unten oder schreib selbst einen }

christianbook coupon April 23, 2017 um 15:44

Love that Lynn Kelly’s cute little locomotive!

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ThinkGeek free shipping Mai 8, 2017 um 05:35

You can certainly see your enthusiasm in the work you write. The world hopes for even more passionate writers like you who are not afraid to say how they believe. Always go after your heart.

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