Grassroot News: Lokalblog-Ströbele in nationalen Medien

von Steffen Greschner am 25. November 2011 · 16 Kommentare

*update 5/ 29.11.*
Die Geschichte Ströbele ist inzwischen zur “Fischfutter-Affäre” geworden und wandert durch die klassischen Medien. Den besten Überblick bietet inzwischen Google-News. Neben der BZ, hat inzwischen auch Deutschlandradio über die Geschichte berichtet. Ströbele selbst hat auf seiner Webseite, auf Facebook und im Tagesspiegel öffentlich Stellung bezogen. Außerdem bekommt Ströbele inzwischen einige Anfragen über abgeordnetenwatch.de.

Der Originalartikel steuert inzwischen auf die 5.000 Facebook-Likes zu und wird laut Hardy Prothmann nach wie vor sehr oft aufgerufen. Die letzte Zahl, die un bekannt ist waren deutlich über 70.000 Artikelaufrufe bis gestern Abend 18.00 Uhr.
*update Ende*

*update 4/ 22:15 Uhr*
Das ist Wissensgesellschaft: Das “Fischfuttergate” ist inzwischen auch auf wikipedia:

Fischfuttergate: Der grüne Rechtspolitiker Hans-Christian Ströbele erregte 2011 bundesweites Interesse, als er versuchte, die Berichterstattung über einen Vorfall während eines Badeurlaubs von Ströbele und seiner Frau in einem lokalen Blog zu unterbinden. Ströbele schaltete vergeblich den auf Medienthemen spezialisierten Anwalt Johannes Eisenberg ein. Die Posse wurde bundesweit thematisiert.

*update Ende*

*update 3/ 21:30 Uhr*
Der Nachrichtengang nimmt seinen Lauf:

Welt Online titelt:
Ströbele, seine Frau und die Affäre Fischfutterkugel” (auf Morgenpost der exakt gleiche Artikel)
Die MainPost titel:
Ein Abgeordneter und die Sozialen Netzwerke - Mit Fischfutter fing alles an

Retweets unverändert zwischen 50 und 100 pro Stunde. Facebook-Likes rund 100 pro Stunde, aktuell 3.500 direkt auf den Ursprungsartikel (Zum Thema inzwischen einiges mehr, alleine der Welt-Artikel hat nach 3 Stunden über 80 Likes). Spread.ly Empfehlungen: 4.200.

Eine eigene Facebook-Gruppe.

Die Grafik zeigt deutlich, was man unter dem Streisand-Effekt versteht:

#Ströbele auf Twitter: Nachdem die Abmahnung bekannt wurde, ging es los.

#Ströbele auf Twitter: Nachdem die Abmahnung bekannt wurde, ging es los.

*update Ende*

*update 2/ 18:30 Uhr*
knapp 50.000 Leser. 2.900 Facebook-Likes. 3700 spread.ly-Empfehlungen. Twitter wird langsam weniger mit rund 50 Retweets pro Stunde. Vor rund einer Stunde hat eine sehr große Facebook-Gruppe auf den Beitrag verlinkt und bringt seitdem enorme Besucherzahlen auf den Heddesheimblog. Ein tolles Beispiel, wie sich Nachricht auch Außerhalb großer Medienunternehmen verbreitet.
*update Ende*

*update 12:30 Uhr*
Bis jetzt hatte der Beitrag gut 40.000 Leser. Die Facebook-Likes haben sich seit gestern Nacht annähernd verdoppelt: inzwischen sind es rund 2.000 Likes! Die retweet-Geschwindigkeit auf Twitter hatte über Nacht etwas nachgelassen, ist am Morgen aber wieder auf ähnliches Niveau, wie gestern Abend gestiegen. Erste Angebote für die Übernahme der Anwaltskosten sind auch schon eingegangen:von Blogger Sascha Pallenberg.
*update Ende*

Der Heddesheimblog ist wohl der erste Lokalblog, der es geschafft hat (oder besser gesagt im Moment schafft..) ein lokales Thema zum nationalen Aufreger zu pushen. Ein Artikel über den Bundestagsabgeordneten Ströbele, dessen Frau, Fischfutter aus Schleudern und ein Schwimmbad im Schwimmverbotsbereich, hat eine ziemliche Lawine losgetreten.

Der Blogger Hardy Prothmann hat uns gerade gesagt, dass innerhalb der letzten 28 Stunden rund 30.000 Menschen auf den Heddesheimblog zugegriffen und weit über 150 Kommentare geschrieben haben. Aufgrund des Besucheransturms war die Seite heute am frühen Abend vorübergehend nicht erreichbar.

Auf Twitter ist das Thema der absolute Renner mit bis zu 200 Retweets (pro Stunde!!!):

Bis jetzt (23.24 Uhr) wurde der Artikel knapp 1.300 Mal auf Facebook geliked:

Inzwischen hat der Tagesspiegel darüber geschrieben (und interessanterweise direkt einen Themenbereich dafür eingerichtet). Der Spiegel hat es auch schon laufen und die Bild steht in der Warteschleife… ;-) . *update* Jetzt ist die Bild auch da:


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Jörg Reinholz November 28, 2011 um 20:11

Der Gag an der Sache ist, dass Ströbele den Anspruch gar nicht gerichtlich durchsetzen kann weil die Darstellung, juristisch gesehen, nur formell und nur unwesentlich unrichtig ist.

Wenn Herr Ströbele mit seiner Frau zusammen erscheint um die Anzeige zu erstatten, dann muss er gegen sich gelten lassen, dass dies dieses zumindest den Anschein erweckt, dass er mit dem Vorgang nicht nur einverstanden sondern sogar mindestens beteiligt war.

Die Abmahnung hätte er besser gut gerollt… aber nicht verschickt.

Hinzu kommt: Dem abmahnenden Anwalt in eigener Sache stehen die Abmahngebühren nicht zu – das habe ich selbst einem Abmahngauner Günter Freiherr Gravenreuth vor den Gerichten sehr geduldig erklärt. Auch der Ströbele hat erst einmal eigene Mittel einzusetzen und so eine Abmahnung rotzt ein halbwegs brauchbarer Jurist in 20 Minuten hin. In 10 Minuten wenn er sie nur diktiert.

Demnach hat aber auch der Jurist Hans-Christian Ströbele erst einmal eigene Mittel einzusetzen – oder was ist das für ein Jurist, der nicht mal die Abmahnung selbst verfassen kann?

Was ich machen würde ist dem Ströbele die geforderte Unterlassungserklärung zu geben (ich selbst wahrscheinlich nicht mal das) und mit gleicher Post eine negative Feststellungsklage wegen der Kostenforderung (ich selbst auch wegen des erhobenen Anspruches) anzustrengen.

Um dann ein paar Monate später mal richtig laut über einen Jurist zu lachen.

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Sven Juni 18, 2012 um 07:57

“Hardy Prothmann gründet Verein gegen Abmahnopfer” (1. Dezember 2011)

Ein halbes Jahr ist es her, seit Hardy Prothmann mit dieser Ankündigung die Unterstützung für einen seiner journalistischen Arbeitsunfälle mit vorantrieb. Viele spendeten vielleicht auch deshalb an Hardy Prothmann, um seine Idee mit zu unterstützen.

Einen “Verein gegen Abmahnopfer” initiiert von Hardy Prothmann gibt es übrigens noch immer nicht. Warum nicht? Wer kommt drauf…?

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Andrea Rabe August 14, 2012 um 11:10

Den Namen Hardy Prothmann liest man immer häufiger in Verbindung mit dem Begriff Unglaubwürdigkeit.

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Hardy Prothmann August 14, 2012 um 12:26

Guten Tag!

Ah, der Sven – immer schön am stalken. Sie stellen eine abmahnwürdige falsche Tatsachenbehauptung auf. Der Spendenaufruf in der Fischfutteraffäre ist niemals an die Vereinsgründung zur Hilfe gegen Abmahnung geknüpft gewesen.
Da es keine gerichtliche Auseinandersetzung gegen hat, habe ich wie angekündigt 1.000 Euro an Journalisten helfen Journalisten als Spende weitergegeben.

@andrea Irgendeinen Beleg oder nur Lust gehabt, irgendwas dummes zu schreiben?

Einen schönen Tag wünscht
Hardy Prothmann

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Sven April 9, 2013 um 14:07

“Sie stellen eine abmahnwürdige falsche Tatsachenbehauptung auf”

Ja klar: Wenn man so häufig mit einer Abmahnung wie Prothmann mit seiner Arbeit was über die Löffel bekommt, dann ist das Wort Abmahnung schon beim ersten eigenem Satz im festen Wortschatz. So viele Abmahnungen müssen ja wirre machen.

“Der Spendenaufruf in der Fischfutteraffäre ist niemals an die Vereinsgründung zur Hilfe gegen Abmahnung geknüpft gewesen.”

Wenn man schon viel Unfug schreibt (der berechtigt immer und wieder erfolgreich bzw. begründet abgemahnt wird), sollte zumindest richtig lesen. Eine verbindliche Verknüpfung habe ich auch nie behauptet.

Fakt ist, dass der Streit Ströbele den Chefredakteur aller Redakteure des Heddesheimblogs “auf die Idee gebracht hat”, einen Verein zu gründen. Fakt ist auch, dass dies in einem Atemzug im Artikel abgehandelt und selbst verknüpft (verlinkt) wird.

Und der allertraurigste Fakt an allem ist leider auch, dass es den Verein bis heute nicht gibt. Und natürlich auch nie geben wird. Ja, klar, da gibt es natürlich auch wieder Begründungen dafür…andere hatten kein Interesse…selbst Aufwand zu hoch….na, dann sollte man doch einfach mal eine simulierte Gutmesnchen-Klappe halten.

Ich als Kollege schäme mich hier intensivst. Solche Blogger widern mich an.

Wann gibt es die nächste Klatsche für ungenügendes Arbeiten des Hardy Prothmann, in dem eine Idee zu einer Vereinsgründung entsteht, deren solidarischer Zweck zufälligerweise ein eigenes Interesse abdecken würde – aber dann dennoch nicht entsteht?

Warten wir es einfach ab.

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Hardy Prothmann April 9, 2013 um 14:35

Guten Tag!

Anonyme Dummschwätzer sind sicherlich keine “Kollegen” von mir.

Aktuell läuft die 15. Abmahnung gegen mich, dreizehn waren erfolglos, es gab einen Vergleich, eine EV und das nun schwebende Verfahren – die Bilanz sieht also anders aus, als Sie zu wissen glauben.

Ansonsten einen guten Tipp: Gehen Sie zum Arzt, der kann vielleicht helfen.

Hardy Prothmann

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Hardy Prothmann April 9, 2013 um 14:42

Guten Tag!

“Fakt ist” – die Vereinsgründung, inklusive einem Rechtsschutzvorhaben für die Mitglieder hat mit istlokal stattgefunden, im Sommer 2011. Leider waren nicht genug Mitglieder bereit, Aufgaben ehrenamtlich zu übernehmen.
Deswegen wurde aus dem zu gründenden Verein istlokal die Istlokal Medienservice UG.

Soviel zu den Fakten. Und selbstverständlich bildet ein solidarischer Zweck immer jeweilige Eigeninteressen ab, auch wenn Sie solche Zusammenhänge offensichtlich intellektuell nicht überblicken können.

Hardy Prothmann

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Sven April 9, 2013 um 14:54

Aja, Stimmt: Eine Radiomoderatorin hat aktuell dem Chefredakteur aller Heddesheimer/Ladenburger/Rheinneckar usw. -Redakteure mal wieder eine schöne Klatsche auf die rechte und linke Backe gegeben.

Oder gibt` s schon wieder was Aktuelleres? Man kommt ja wirklich nicht hinterher…LOL Gibt`s schon einen Spendenaufruf? Einen Aufruf zur Vereinsgründung?

Mancher schafft es nur mit einer Abmahnung mal ganz kurzfristig in die überregionale Ebene. Formatsache.

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Sven April 9, 2013 um 15:19

“Und selbstverständlich bildet ein solidarischer Zweck immer jeweilige Eigeninteressen ab, auch wenn Sie solche Zusammenhänge offensichtlich intellektuell nicht überblicken können.”

Bei den einen sind die Beweggründe “mitunter”, bei anderen wieder “naheliegend”, bei wenigen halt schlicht “ausschliesslich”.

“Deswegen wurde aus dem zu gründenden Verein istlokal die Istlokal Medienservice UG.”

Na, wie aktiv und wie lange wurde denn die Vereinsgründung betrieben?
tja…da isses..des G`schmäckle…

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Andrea Rabe April 9, 2013 um 15:29

In Verbindung mit dem Thema Frei.Wild hat es meines Wissens nach bisher noch nie jemand bis ins Juristische geschafft.

Einer macht natürlich gekonnt die Nummer;-)
Glückwunsch, Prothmann!!!

Wie teuer?

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Sven April 9, 2013 um 15:32

@Andrea
Hardy Prothmann ist ein Pro auf dem Gebiet. Dem macht da keiner was vor;-)

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Sven April 11, 2013 um 06:42

…eine Frage noch:
Anja Görlitz, Frau Ströbele, Alexandra Philipps, usw.

Warum immer Frauen….? Schon auffällig, oder?

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Steffen (netzleser) April 11, 2013 um 09:17

@Sven, Andrea, Hardy:

bevor es komplett lächerlich wird, bitte ich Euch die Sache hiermit auf sich beruhen zu lassen. Weitere Kommentare werde ich löschen.

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Sven April 11, 2013 um 10:31

@Steffen

Selbstverständlich respektiert. Du selbst musst gleichfalls auch entscheiden, wie kritisch oder unkritisch Du solche “Firmenentstehungen” wie istlokal begleitest.

Wenn Du schon darüber bloggst.

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