facebook Open Graph: News-Seiten und soziale Filter

von Steffen Greschner am 18. Januar 2012 · 3 Kommentare

Nachdem die meisten Zeitungen inzwischen Facebook-Fan-Pages für sich erkannt haben und damit stellenweise auch sehr gut arbeiten, fragt sich, wann die ersten Onlinemedien das wirkliche Potential in der Anbindung an Facebook erkennen. Durch Facebook-Logins ließen sich viele Nachrichtenseiten sehr viel besser “sozial filtern”, was einige neue Chancen bringt, die bisher vor allem im eCommerce Kontext diskutiert werden:

Der Open Graph gibt die Möglichkeit, von der eigenen Webseite bzw. dem Webshop auf die Daten des Nutzers zuzugreifen. Hierzu gehören auch die Freunde des Nutzers. Hierdurch werden im Kontext des eCommerce neue, soziale Funktionen im Webshop möglich.

Gerade die sozialen Filtermöglichkeiten eröffnen komplett neue Funktionsweisen:

Alternativ oder zusätzlich kann der open graph auch für einen sozialen Filter eingesetzt werden. Sortiert der Shop z.B. die Produkte nach Bewertungen, kann dieser Auswahlmechanismus über den open graph deutlich verbessert werden; hierzu greift der Webshop dann über die open graph API auf die Freunde des Nutzer zu uns nimmt die Freundesbeziehungen als zusätzliches Relevanzkriterium auf. Es können also angezeigt werden: “Diese Produkte haben Deine Freunde bei uns gekauft / empfohlen”.

Nachrichtenseiten könnten beispielsweise nach den News-Präferenzen des Freundeskreises der Leser filtern oder die beliebtesten News der letzten Tage anbieten. Spannender wird die Verknüpfung allerdings bei Zusatzangeboten, wie Veranstaltungshinweisen oder angebundenen Branchenbüchern und Gastronomieführern: Auf einen Blick könnte der Leser sehen, wer aus seinem Umfeld an Veranstaltungen teilnimmt oder welchen Händler oder Gastronomen Freunde und Bekannte bevorzugen.

Unabhängige Communities auf eigener technischer Basis werden es im Kampf gegen Facebook schwer haben. Die angebotenen Schnittstellen zu bestehenden Netzwerken zu nutzen, bietet aber viel Potential, die eigene Community auf- und auszubauen. Die Daten sind da, sie müssen nur richtig und sinnvoll genutzt werden.

Eine spannende Präsentation zu dem Thema (im eCommerce-Kontext) haben Jochen Krisch und Dr Andreas Bersch zusammengestellt:


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Nils Januar 18, 2012 um 14:20

Schöne Übersicht. Allerdings sind Deutsche, was die Verknüpfung von eigenen Facebook-Daten mit Apps/Anbindungen angeht, doch sehr zurückhaltend. (aus gutem Grund, aber das ist ein eigenes Thema).

Auf sueddeutsche.de sieht man ja sehr gut, dass ein unauffälliges Twitter- und Facebook-Ranking der beliebtesten Themen ja schon hilft. Die Plugins greifen teilweise auch auf die Präferenzen der Freunde zu. Allerdings: Dieses “Social Reading” klappt nur bei richtig weit verbreiteten, omnipräsenten Nachrichtenseiten. Oder bei Seiten, die sich an sehr familiäre Mikroöffentlichkeiten wenden (zB eine Dorfgemeinschaft).

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Steffen (netzleser) Januar 18, 2012 um 14:24

ja, das mit der Zurückhaltung ist wirklich ein anderes Thema aber meiner Ansicht nach nur eine Frage von Zeit und Gewöhnung.

Das Ranking bei der Süddeutschen muss ich mir nochmal genauer anschauen. Aber die Richtung ist gut. Die größte Chance sehe ich bei lokalen Angeboten – dort interessiert wirklich was der Nachbar liest und vor allem steckt dort viel Potential das Thema mit Veranstaltungen o.ä. zu verknüpfen.

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Find Best Connent. April 24, 2017 um 09:46

Il lancio del nano è il mio sport preferito!

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