Zeitungen und das soziale Netz – Studie bestätigt eine “gewisse Rückständigkeit”

von Steffen Greschner am 11. Mai 2011 · 2 Kommentare

Dass Journalisten nicht sehr viel von der Arbeit im Sozialen Netz halten, merkt man leider oft sobald man die Facebookseiten von Verlagen und deren journalistischer Angebote aufruft. War es bisher aber eher ein subjektiver Eindruck von außen, scheint er sich jetzt auch auf Faktenbasis zu bestätigen.

newsaktuell.de hat das Thema gemeinsam mit Faktenkontor in einer sehr interessanten Umfrage nun mal etwas genauer beleuchtet. Die Ergebnisse des Social Media Trendmonitor 2011 überraschen wenig:

newsaktuell.de schreibt dazu:

Journalisten und PR-Fachleute haben noch immer Nachholbedarf in Sachen Social Media. Twitter & Co. sind zwar in den Redaktionen und Pressestellen als “wertvolles Arbeitswerkzeug” angekommen, aber die Wahrnehmung als “notwendiges Übel” ist noch immer weit verbreitet.

Während es in Online-Redaktionen noch ganz gut aussieht, sind gerade Tageszeitungen und Magazine laut Studie sehr hinterher:

Weniger selbstbewusst zeigen sich dagegen Zeitschriften- und Tageszeitungsredaktionen. Nur jede fünfte unter ihnen (jeweils 21 Prozent) fühlt sich gut gewappnet im Umgang mit dem Web 2.0.

Gut jeder dritte Journalist empfindet Social Media als “Nervkram” oder “notwendiges Übel”, so die aktuelle Studie (38 Prozent). Das gilt vor allem für Journalisten aus Zeitschriften- (46 Prozent) und Tageszeitungsredaktionen (39 Prozent).

Das eigentlich erschreckende an der ganzen Studie ist aber die Einstellung zum Social Web, die sich in weiten Teilen noch immer nicht geändert hat:

Und obwohl sich alle einig sind, dass der Einsatz von Social Media im Arbeitsalltag weiter steigen wird (Journalisten: 64 Prozent; Pressestellen: 79 Prozent; PR-Agenturen: 84 Prozent), planen fast die Hälfte aller Unternehmen (46 Prozent) und Redaktionen (43 Prozent) keine Investition in Social Media. Bedauerlich: Denn laut Studie erleichtert Social Media den Austausch zwischen Redaktionen und PR-Verantwortlichen.

Hier noch einige weitere Ergebnisse aus der Slideshow. Den vollständigen Artikel gibt es bei newsaktuell.de.


Weitere Artikel auf netzleser:

  1. Warum sich Zeitungen mit Social Commerce schwer tun Zeitungsangebote versuchen sich immer wieder mal mit Social Commerce Konzepten: Vor einigen Jahren war Live Shopping auf verschiedenen Newsseiten vertreten. Heute steigen viele wieder im Live Shopping ein; nur nennt es sich jetzt Groupon und...
  2. BBC-Chef sagt: Nutzt Social Media – oder geht nach Hause Deutliche Worte von Peter Horrocks: Der Chef von BBC World Services äußert sich in einem Interview mit dem Guardian zum Thema Facebook, Twitter und Co. und stellt treffend fest: “If you don’t like it, if you...
  3. Zeitungen als Technologieanbieter und Marktplatz für den örtlichen Einzelhandel Was spricht eigentlich dagegen, dass Zeitungen zum größten Online-Einzelhändler ihrer Stadt werden? Zum Technologieanbieter, der an der Quelle für das richtige Marketing sitzt. Geld verdienen mit Umsatz, anstatt mit dem Verkauf von Werbefläche – mit...
  4. WESTDEAL: Groupon hyped das lokale Netz Seit am Montag raus war, dass DERWESTEN mit einem eigenen Groupon an den Start geht, herrscht gewisse Aufregung in der Startup-Szene: Ein klassischer Verlag steigt an einem sehr frühen Punkt in ein noch relativ junges...
  5. Coupons und Gutscheine als Chance für (Lokal)Zeitungen Ich habe vor einiger Zeit schon mal über Groupon Konzepte als Chance für Lokalzeitungen geschrieben. Jetzt habe ich gerade einen Beitrag bei www.niemanlab.org über den Aufschwung von Coupons/ Gutscheine im amerikanischen Markt gelesen. Gutscheine waren...

{ 2 Kommentare… lies sie unten oder schreib selbst einen }

Jonas Mai 11, 2011 um 20:47

was ich in einigen readktion sehen muss, bestätigt die zahlen voll und ganz. so lange es so aussieht, bleibt der markt interessant für kleine wertvolle anlaufstationen im netz die guten conetnt produzieren und socialmedia können

Antworten

Steffen (netzleser) Mai 11, 2011 um 22:13

Ich freu mich auch über die “kleinen” Anlaufstationen. Das dreht relativ viel in der ganzen Relevanzgeschichte auf den Kopf. Ob das den “Großen” aber wirklich bewusst ist? Keine Ahnung.

Antworten

Schreib einen Kommentar

eMail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.
  Für die reinen Beobachter: Benachrichtigen ohne eigenen Kommentar.

Previous post:

Next post: