Die taz tastet sich an Online & Print Zusammenlegung ran

von Steffen Greschner am 1. Dezember 2011 · Kein Kommentar

Nicht mit der Konsequenz der NZZ (Forcierter Kulturwandel) aber einen ersten Schritt, irgendwann nicht mehr zwischen Online- und Print-Journalismus zu unterscheiden, geht jetzt auch die taz:

Print- und Online-CvDs werden zusammen gelegt und künftig im Online-Ressort angesiedelt sein. So sollen aus einer Hand die Produktionsaufgaben für beide Publikationswege gebündelt und optimiert werden, Dynamiken, die sich im Netz entwickeln, sollen damit schneller auch für die gedruckte taz aufbereitet werden. Das zusammengelegte Ressort wird weiter von Online-Chef Matthias Urbach geleitet.

Ob die Trennung zwischen Online und Print überhaupt jemals Sinn gemacht hat? Bei der taz ist man zumindest zuversichtlich, für die (digitale) Zukunft gut aufgestellt zu sein. Zwei gute Jahre in Folge geben ein wenig Luft zum Atmen:

Vor dem Hintergrund wachsender Unsicherheit gerade im Markt der Printmedien sieht sich die taz damit gut auf die voranschreitenden technischen und journalistischen Neuerungen vorbereitet. Die Redaktion kann somit ohne Kostendruck und Gefahr von Stellenabbau Abläufe und journalistische Schwerpunktsetzungen verändern. “Wir haben die Möglichkeit, Dinge auszuprobieren und nach kreativen Lösungen zu suchen, ohne mit dem Rücken an der Wand zu stehen”, sagt Pohl, “eine sehr komfortable Lage, wenn man auf andere Häuser blickt.”

Selbst die taz als eine der ersten Tageszeitungen, die überhaupt online verfügbar war, hält aber immer noch an gewohnten Strukturen fest: Online ist im taz-Selbstverständnis eine Unterredaktion. So wie Lokales oder Sport. So teilt man auch im Redaktionsstatut die Redakteure ein:

(..)Alle übrigen fest angestellten RedakteurInnen und PauschalistInnen sind einem Ressort zuzuordnen. Regional-, Lokal-, Online- oder sonstige Unterredaktionen sind Ressorts im Sinne des Redaktionsstatuts.

Spannend, wie lange es noch braucht, bis noch mehr auf den Trichter kommen, mit dem “Testen von neuen Möglichkeiten” anzufangen. Die gedankliche Lösung vom Prinzip getrennter Online- und Print-Redaktionen kann dabei ein erster und wichtiger Schritt sein.


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