STRATFOR: Paid-Content funktioniert doch

von Steffen Greschner am 21. Januar 2010 · 3 Kommentare

Während die New York Times zum zweiten Mal versucht ihre Online-Inhalte zu Geld zu machen, zeigt ein anderes Unternehmen, wie mit wirklichen Qualitätsinhalten Geld zu verdienen ist: STRATFOR Global Intelligence.

CEO Dr. George Friedman hat die Firma 1996 gegründet. Er beschreibt das Unternehmen auf der eigenen Seite so:

STRATFOR’s global team of intelligence professionals provides an audience of decision-makers and sophisticated news consumers in the U.S. and around the world with unique insights into political, economic, and military developments. The company uses human intelligence and other sources combined with powerful analysis based on geopolitics to produce penetrating explanations of world events. This independent, non-ideological content enables users not only to better understand international events, but also to reduce risks and identify opportunities in every region of the globe.

Zu den Kunden zählen vor allem Firmen, die Lizenzen für Mitarbeiter oder komplette Abteilungen kaufen. Privatkunden sind bisher eher die Ausnahme. Allerdings sind 24.000 Privatkunden-Abos zu offiziell rund 350 Dollar im Jahr auch nicht schlecht. Gerade in dem Bereich der Privatkunden sieht Friedman interessanterweise auch die größten Enticklungschancen für die Zukunft:

This is where Stratfor is seeing fast growth. Stratfor’s list price is $349 for a year, but discounts bring it as low as $99, making it competitive with publications like the Economist.

Etwa 80% der bisherigen Abonnenten haben die Abos jährlich verlängert. Laut eigener Aussage arbeitet Stratfor voll rentabel.

Einen ausführlichen Artikel gibt’s auf cnn Fortune Brainstorm Tech

Was ich mich jetzt nur gerade frage: Wenn ich für solche Nachrichten 100 Dollar im Jahr zahle, was rechtfertigt dann Abopreise von 300 Euro und mehr für eine ganz normale deutsche Tageszeitung?

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Peter Januar 21, 2010 um 00:55

unter Paid Content im derzeit diskutierten Sinne versteht man aber Inhalte im Endkunden sprich B2C-Bereich. Dass B2B Paid Content oder Datenbanken oder Clubs mit exklusiven Inhalten funktionieren ist unbestritten. Nur sind deren Kunden wie du schreibst immer zu fast 100% Firmen die die Informationen für Ihr Geschäft brauchen. Die Firmen stellen sich also die Frage: Was muss ich u.a. in die Daten/Infos investieren damit ich am Ende einen Auftrag im Wert von XXX Tausend Euro erhalte oder diesen erfolgreich ausführen kann?
Nur wird ein “normaler” Leser diese Rechnung so nie aufstellen weil er kein wirtschaftliches Interesse an den Informationen oder Nachrichten hat.
Darüberhinaus reden wir ja bei stratfor von wirklich exklusiven Inhalten. Und nicht das was Springer bei der Berliner Zeitung als exklusiv definiert ;-)

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Steffen Januar 21, 2010 um 01:05

@Peter: Mit dem B2B Argument hast du natürlich recht. Mich hatte aber verwundert, dass selbst 24.000 Privatkunden bereit sind dafür Geld auszugeben – mit scheinbar steigender Tendenz und ohne dass Stratfor dafür gezielt Werbung macht (zumindest weiß ich davon nichts). Das zeigt doch nur, dass auch “normale Leser” durchaus bereit sind für ein Thema, das sie wirklich interessiert, zu zahlen. Dass das bei der Berliner Zeitung (oder vielen anderen Tageszeitungen) anders aussieht, verstehe ich sehr gut… ;-)

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